Wenn die Temperaturen abends fallen, neigen viele dazu, die Heizung kräftig hochzudrehen. Doch genau dieses Verhalten kann im Winter zu unnötig hohen Kosten führen. Warum das so ist und wie Sie Ihr Heizverhalten clever anpassen, erfahren Sie hier.
Abends die Heizung hochdrehen? So vermeiden Sie unnötige Kosten im Winter
Viele denken, dass eine plötzliche Erhöhung der Heizleistung am Abend schnell für wohlige Wärme sorgt. Tatsächlich steigen dadurch jedoch die Heizkosten rasend schnell. Jeder plötzliche Temperaturanstieg fordert Ihre Heizung heraus, was insgesamt den Energieverbrauch in die Höhe treibt. Statt den Thermostat abends auf »Volle Pulle« zu drehen, sollten Sie besser auf eine gleichmäßige Wärme setzen.
Wer in einer durchschnittlichen 70-Quadratmeter-Wohnung lebt, zahlt laut aktuellem Heizspiegel knapp 960 Euro jährlich für Erdgas. Geschickt angepasstes Heizverhalten, gerade am Abend, kann diese unnötigen Kosten deutlich reduzieren.
Warum ständiges Hochdrehen der Heizung abends teuer wird
Abends wird oftmals aus einem Gefühl der Kälte heraus die Heizung hochgefahren. Doch die aufwendige Aufheizphase verbraucht überproportional viel Energie:
- Temperaturhochfahrten kosten deutlich mehr Energie als eine konstante Wärmeabgabe.
- Die Heizungsanlage arbeitet unter Volllast und verschleißt schneller.
- Der Regelmechanismus am Thermostat wird ständig überfordert, was ineffizient ist.
So entsteht am Ende des Monats eine hohe Heizkostenabrechnung trotz vermeintlichem Sparen.
Einfacher Trick: Jedes Grad weniger spart bares Geld
Schon ein Grad weniger auf dem Thermostat kann Ihre Heizkosten um rund 6 Prozent senken. Wer am Abend die Raumtemperatur auf etwa 20 Grad einstellt und nicht hochdreht, schont nicht nur den Geldbeutel, sondern auch die Umwelt.
In weniger genutzten Räumen wie Schlafzimmern genügen oft schon 17 Grad für eine erholsame Nacht. Die Küche kann sogar mit etwa 18 Grad warm genug bleiben, da hier zusätzliche Wärmequellen wie Herd und Kühlschrank unterstützen.
Praktische Tipps für ein energieeffizientes Heizverhalten abends
- Rollläden und Vorhänge nachts schließen – Das reduziert Wärmeverluste über die Fenster und spart rund 55 Euro im Jahr.
- Stoßlüften statt Fenster kippen – Kurzes, intensives Lüften erhält Wärme in den Wänden und beugt Schimmel vor.
- Heizkörper nicht zustellen – Möbel oder Gardinen blockieren sonst die Wärmeverteilung im Raum.
- Heizkörper entlüften – Luft in der Heizung verhindert effizientes Heizen und treibt die Kosten.
- Zwischentüren schließen – Verhindert Feuchtigkeitswanderung und Schimmelbildung in angrenzenden Räumen.
Origineller Energiespar-Tipp: Dämmung hinter Heizkörpern anbringen
Dieses wenig bekannte Mittel hält die Wärme effektiver im Raum: Mit Dämmmatten hinter Heizkörpern reduzieren Sie Wärmeverluste über kalte Außenwände. Das kann pro Heizkörper bis zu 10 Euro jährlich an Energie einsparen – ein einfacher Schritt, der oft übersehen wird.
Heizverhalten verbessern durch moderne Technik
Wer abends nicht ständig manuell am Thermostat drehen möchte, sollte auf programmierbare Thermostatventile setzen. Diese regulieren die Temperatur automatisch nach Ihren Zeitplänen und sorgen so für Energie sparen ohne Komfortverlust. Elektronische Modelle lassen sich sogar per Smartphone steuern und machen die Wärme genau dann verfügbar, wenn sie gebraucht wird.
Warum Sie nicht einfach die Heizung komplett ausmachen sollten
Ein häufiger Irrtum beim Energiesparen ist, die Heizung beim Verlassen des Hauses komplett abzuschalten. Das führt dazu, dass die Räume stark auskühlen und die Heizung später enorm viel Energie aufwenden muss, um die Temperatur wieder zu erhöhen. Besser ist es, abwesend die Temperatur auf eine minimale Grundwärme von circa 16 Grad herunterzuregulieren.
Bonus: So erkennen Sie Ihr individuelles Sparpotenzial
Ein einfacher Test zeigt, ob eine Nachtabsenkung bei Ihnen sinnvoll ist: Stellen Sie die Heizung an einem kalten Winterabend komplett aus. Falls die Raumtemperatur am Morgen stark sinkt, verlieren Sie viel Wärme – also lohnt sich eine Nachtabsenkung. So vermeiden Sie unnötigen Energieverbrauch und sparen Heizkosten.
Bon à savoir : Vermeiden Sie es, Ihr Thermostat zu spät wieder hochzudrehen. So verhindern Sie unnötiges Überheizen und unnötige Kosten durch plötzliche Temperaturanstiege.
Ihr Zuhause energieeffizient warm zu halten, ohne die Heizkosten explodieren zu lassen, ist mit einfachen Verhaltensänderungen tatsächlich möglich. Probieren Sie es aus – Ihr Geldbeutel und die Umwelt werden es Ihnen danken.



