Stellen Sie sich vor, Sie schlafen in einem kalten Zimmer, nur um dann am Morgen eine überraschend hohe Heizkostenrechnung zu bekommen. Der Grund dafür liegt oft in der falschen Nutzung der Heizung am Abend. Eine scheinbar einfache Schritt wie das nächtliche Abstellen der Heizung führt häufig zu einem erhöhten Nachtverbrauch und damit zu unerwarteten Mehrkosten.
Warum die falsche Nutzung der Heizung in den Abendstunden den Nachtverbrauch erhöht
Viele glauben, dass das komplette Abschalten der Heizung in der Nacht Geld spart. Doch die Realität zeigt ein anderes Bild. Dreht man die Heizung abends auf Null, kühlen die Wände und Möbel in Ihren vier Wänden stark aus.
Am Morgen muss die Heizung dann mit voller Kraft arbeiten, um diese abgekühlte Masse wieder aufzuwärmen. Dieses Nachheizen erfordert deutlich mehr Energie als das sanfte Absenken der Temperatur – ein Fall, in dem der vermeintliche Energiesparer zum Kostenfresser wird.
- Wärmeverlust durch stark ausgekühlte Räume
- erhöhter Energieverbrauch für Wiederaufheizen
- Langfristig höhere Heizkosten trotz nächtlichem Abschalten
Wie funktioniert die richtige Temperaturregelung in den Abendstunden?
Die optimale Lösung besteht darin, die Temperatur nur moderat zu senken, statt die Heizung komplett auszuschalten. Viele moderne Thermostate bieten eine sogenannte Nachtabsenkung, die automatisch für eine temperierte Abkühlung sorgt.
Durch eine Absenkung von nur 3 bis 4 Grad bleibt die Raumtemperatur über Nacht angenehm und die Heizung vermeidet hohe Spitzen beim Wiederaufheizen.
- Temperatur nachts nicht unter 16°C senken, um Schimmelbildung zu vermeiden
- Nutzung von programmierbaren Thermostaten für eine automatische Steuerung
- Berücksichtigung der individuellen Wohnsituation: Heizsystem und Dämmung
Der Einfluss von Dämmung und Heizsystem auf den Energieverbrauch in der Nacht
Die Effektivität der Nachtabsenkung hängt stark von der Wärmespeicherung des Hauses ab. Ein massiv gebautes Haus mit guter Dämmung speichert die Wärme lange, kühlt nachts nur langsam ab und benötigt größtenteils konstante Temperaturen.
Schlecht gedämmte Altbauten hingegen verlieren schnell Wärme. Hier ist eine Nachtabsenkung durchaus sinnvoll, da sie den Wärmeverlust über die Abendstunden verringert und dadurch Heizkosten spart.
- Massivhaus: langsamer Wärmeverlust, wenig Einsparpotenzial durch Nachtabsenkung
- Altbau: schneller Wärmeverlust, hohes Einsparpotenzial mit moderater Nachtabsenkung
- Fußbodenheizungen: reagieren langsam, Temperatur konstant halten für beste Effizienz
- Wärmepumpen: arbeiten effizient bei gleichmäßiger Wärmeabgabe, häufiges Hoch- und Runterfahren erhöht den Verbrauch
Geheimtipp: Der individuelle Nachtabsenk-Test – eine Astuce méconnue
Um herauszufinden, ob Ihr Zuhause von einer Nachtabsenkung profitiert, empfiehlt sich ein einfacher Selbsttest über eine Woche:
- Heizung nachts um 3-4°C absenken (z. B. von 21 auf 17/18°C)
- Raumtemperatur morgens überprüfen: Wie kalt sind die Räume? Wie schnell werden sie wieder warm?
- Energieverbrauch während der Testwoche mit einer Woche ohne Nachtabsenkung vergleichen
Wenn Sie spürbar Heizkosten sparen, ohne Komfortverluste zu haben, sind Sie auf dem richtigen Weg zur optimalen Energieeffizienz.
Warum eine vollständige Abschaltung der Heizung am Abend Fehlalarm für Ihr Thermostat ist
Ein weiterer unterschätzter Aspekt ist die physikalische Reaktion der Heizsysteme und Thermostate. Sie arbeiten am besten, wenn sie mit gleichmäßiger Last fahren. Das ständige Ein- und Ausschalten bedeutet mehr Belastung, und der Energieverbrauch steigt überraschend.
Wichtig ist auch, Schimmel vorzubeugen. Wenn Wände nachts zu sehr auskühlen und Feuchtigkeit kondensiert, droht Mikroorganismenbefall. Mit einer konstanten Temperaturumgebung reduzieren Sie dieses Risiko erheblich.
- Thermostatpflege: Vermeiden Sie zu häufiges Ein- und Ausschalten
- Wandtemperatur konstant halten, um Feuchtigkeit und Schimmel zu verhindern
- Sanfte Nachtabsenkung statt kompletter Abschaltung empfiehlt sich immer
Dieses Video zeigt anschaulich, wie Sie durch richtiges Heizen in der Nacht Ihre Heizkosten senken können.
Praktische Tipps für die beste Nutzung Ihrer Heizung in den Abendstunden
Damit Sie künftig Ihren Nachtverbrauch effektiv senken, sollten Sie folgende Punkte beachten:
- Thermostatprogramme nutzen: Automatische Regelungen sind effizienter als manuelles Drehen
- Heizkörper nicht zudecken: Freier Luftstrom sorgt für bessere Wärmeverteilung
- Regelmäßiges Stoßlüften: Beugt Feuchtigkeit vor und erhält das Raumklima
- Individuelle Anpassung: Berücksichtigen Sie Ihre Lebensgewohnheiten und passen Sie die Heizung daran an
Experten erklären in diesem Video, wann und wie die Nachtabsenkung am effektivsten funktioniert.
Bon à savoir : Um Schimmelbildung zu vermeiden, sollten Sie die Innenraumtemperatur nachts nicht unter 16°C fallen lassen. Außerdem ist regelmäßiges Lüften entscheidend, um Feuchtigkeit aus der Luft zu entfernen und ein gesundes Raumklima zu erhalten.



